Eine der Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen ist es, sich entspannt zu Hause Serien anzusehen. In einer Studie gaben 22 % die unter 30-Jährigen an, täglich Streamingdienste zu nutzen. Die beliebteste Plattform in Deutschland ist Netflix, dicht gefolgt von Amazon. Deutsche Streamingdienste wie RTL+ und Joyn genießen deutlich weniger Aufmerksamkeit.
Einer der Gründe für den Erfolg der amerikanischen Streamingdienste ist die enorme Menge an selbst produzierten Inhalten. 2018 veröffentlichte allein Netflix alle 4,5 Tage einen neuen, selbstproduzierten Film oder eine Serie. Und auch deutsche Produktionen schaffen es immer häufiger in die Datenbanken. Hier bieten sich natürlich Chancen für Filmschaffende.
Einer der großen Vorteile der Streaminganbieter ist, dass auch eine deutsche Produktion eine internationale Zielgruppe erreichen kann.
Aber wie schafft man es denn eine Serie für Netflix zu produzieren?
Die Filmbranche im Wandel
Die Filmbranche in Deutschland durchlebt einen längst überfälligen Wandel. Es tut sich was, wenn auch etwas langsam. Immer häufiger ist auch mal Platz für Stoffe abseits der üblichen Kassenschlager – nicht nur bei Netflix und Co., sondern auch bei den etablierten TV-Sendern wie ARD, ZDF, ProSieben, Sat.1 und RTL.
Dabei spielt vielleicht auch herein, dass das Publikum für die Netflix-Produktionen breiter aufgestellt ist als ein klassisches Fernsehpublikum. Jede Nische findet ihre Zuschauer. Fakt ist: Die Streamingdienste haben die deutsche Filmlandschaft und die Bedingungen, wie Serien produziert werden, verändert – und davon profitieren sowohl die Zuschauer als auch die Macher.
Wie werden Serien auf Netflix produziert?
In den meisten Fällen übernehmen die Streaminganbieter wie Netflix oder Amazon Prime selbst den Produktionsprozess: Sie sichten das Drehbuch, finden einen Showrunner, beauftragen Produktionsfirmen, sie überwachen und optimieren den Prozess, indem sie in Kontakt mit dem Produktionsteam stehen.
Dafür nutzt Netflix zum Beispiel eine App namens „Prodicle Move“, bei der diese Schritte gebündelt und vernetzt werden: vom Drehbuch hin zur Organisation des Drehs, zur Produktion und zum Schnitt.
Ursprünglich hat der Begriff „Showrunner“ seinen Ursprung in der amerikanischen und britischen Fernsehbranche. Er bezeichnete die Person, die für die Leitung und das Tagesgeschäft einer Sendung verantwortlich war. Die Showrunner hatten in erster Linie Kontakt zum Fernsehsender und gegebenenfalls zum Produktionsstudio.
In den Credits wurde diese Position oft als „Executive Producer“ oder „Produktionsleiter“ aufgeführt. Im Laufe der Zeit begann man jedoch auch Personen zu honorieren, die sich insbesondere um finanzielle Angelegenheiten kümmerten oder bedeutende Sponsoren für die Produktion gewinnen konnten. Dadurch wurde oft unklar, wer tatsächlich die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf der Produktion trug. Im Englischen wird dieser Aspekt oft als „Running the Show“ bezeichnet, und daraus entwickelte sich schließlich der Begriff „Showrunner“.
Heutzutage ist der „Showrunner“ ein eigenständiger Beruf, für den es jedoch keine festgelegte Ausbildung gibt. In den meisten Fällen sind die Schöpfer von Fernsehserien nach wie vor erfahrene Drehbuchautoren.
Wie kommt man an die eigene Netflix Serie?
In einem Interview auf dem Kanal von Mastercut erzählt Shawn Bu darüber, wie man eine Serie für Netflix drehen kann. Das größte Problem dabei ist, dass es nicht so einfach ist auf Netflix zuzugehen und ihnen ein Angebot zu machen. Das wird in den seltensten Fällen funktionieren. Schon gar nicht für Newcomer.
Wichtig ist, dass man sich mit größeren und etablierten Studios verbündet. Schließlich geht es hier um Millionenbeträge. Netflix will da natürlich kein hohes Risiko eingehen und muss sich sicher sein, dass auch etwas Gutes dabei herauskommt. In erster Linie solltest du also Pitches bei möglichen Partnern umsetzen, um die Unterstützung zu bekommen, die du brauchst, um bei Netflix zu landen.
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