Am 27. und 28. September fand erneut die MTH (Mediatech Hub) Konferenz in Babelsberg, Potsdam statt. Unser Team war vor Ort und konnte einen Einblick hinter die Kulissen der Medienlandschaft gewinnen. Viele interessante Speaker und Gäste präsentierten über unterschiedliche Themen aus der Medienwelt. Im Fokus waren dabei neue Technologien, Daten, Trends und die Zukunft der Medienbranche. Es gab viele Möglichkeiten, sich zu unterhalten und zu vernetzen. Und für Start-ups gab es die Möglichkeit vor einem großen Publikum ihre Idee zu präsentieren und Investoren zu überzeugen.
Hinter den Kulissen vom Studio Babelsberg
Das Event im legendären Studio Babelsberg war nicht nur eine Zusammenkunft hochkarätiger Gäste aus der Medienwelt, sondern auch eine aufregende Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Filmproduktion zu werfen. Das Studio Babelsberg, das als ältestes Großatelier-Filmstudio der Welt gilt, bot den Teilnehmern eine faszinierende Tour durch die Hallen der Szenenbild-Entwicklung.
Die beeindruckende ökologische Initiative des Studios, Styropor zu 100 % zu recyceln und nachhaltigere Materialien wie Mais zu verwenden, zeigt das Engagement für umweltfreundliche Produktionstechniken. Dies ist besonders relevant in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein in der Unterhaltungsindustrie immer wichtiger werden.
Eine weitere bemerkenswerte Tatsache ist die Beteiligung von Studio Babelsberg an der Produktion von Filmen, die von namhaften Regisseuren wie George Clooney, Roland Emmerich und Quentin Tarantino gedreht wurden. Diese Filme haben nicht nur die Filmbranche revolutioniert, sondern auch Maßstäbe in Bezug auf visuelle Effekte und technische Innovationen gesetzt.

Zielgruppen und Daten: Die aktuelle Marktlage
Eine der spannendsten Talk-Reihen des Events brachte einflussreiche Persönlichkeiten der Medienbranche zusammen, um die aktuelle Marktlage zu diskutieren. Till Sudworth, Head of BU Video bei NPAW, einem führenden Beratungsunternehmen, das sich auf die Verfolgung von User Journeys, Video Intelligence und Big Data für Online-Medienunternehmen spezialisiert hat, lieferte aufschlussreiche Erkenntnisse.
Die Nutzung von Smart-TVs hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, und es zeigt sich, dass der Fernseher nach wie vor das wichtigste Gerät ist. Diese Beobachtung unterstreicht die Bedeutung von hochwertigen Inhalten, die auf großen Bildschirmen genossen werden können. Die Treue der Zuschauer zu Inhalten ist in jüngster Zeit um beeindruckende 4 % gestiegen, was vielleicht auf die wachsende Vielfalt von Inhalten und die Qualität der Produktionen zurückzuführen ist.
Ein zentrales Problem, das in der Branche kontrovers diskutiert wurde, ist der Mangel an Transparenz bei den Daten. Viele Streaming-Anbieter halten ihre Daten geheim, was die Produzenten im Dunkeln darüber lässt, wie ihre Inhalte tatsächlich performen. Kreative Fachleute fordern mehr Offenheit und Informationen, um ihre Entscheidungsfindung und die Verbesserung ihrer Inhalte zu unterstützen. Interessanterweise verfolgen 53 % der Medienunternehmen immer noch keine umfassende Metadatenstrategie. Dies deutet darauf hin, dass es in Bezug auf Datenverwaltung und -nutzung noch einen erheblichen Verbesserungsbedarf gibt.

KI-Unternehmen und Tools: Innovation in der Filmproduktion
Evan Hallek, ein erfahrener VFX-Editor, der an Filmen wie „Everything, Everywhere, all at once“ gearbeitet hat, sprach über die Verwendung von KI in der Filmproduktion. Er betonte, dass KI bereits in der Lage ist, kleine Aufgaben zu automatisieren und die Produktivität zu steigern. Dennoch wies er darauf hin, dass KI noch nicht so zuverlässig und vorhersehbar ist wie die menschliche Arbeitskraft, insbesondere wenn es darum geht, künstlerische Entscheidungen zu treffen und visuelle Effekte zu optimieren. Als VFX-Editor ist es unerlässlich, die Möglichkeit zu haben, manuell nachzujustieren, um die gewünschte visuelle Wirkung zu erzielen.
Die Verwendung von KI verändert die Fähigkeiten und Kenntnisse, die Medienschaffende benötigen, und beeinflusst, wie sie ihre jeweiligen Zielgruppen ansprechen. Richard Gutjahr, Journalist und digitaler Pionier, sowie Eva Wolfangel, Autorin und Tech-Journalistin, diskutierten über die Zukunft des Journalismus und gaben wertvolle Einblicke in den Umgang mit KI in der Medienarbeit. Das sind die Ergebnisse aus der Diskussionsrunde:
Menschlicher Faktencheck: In einer Ära von Fake News und Desinformation bleibt der menschliche Faktencheck von entscheidender Bedeutung, um die Qualität der Medieninhalte sicherzustellen.
Kreativität und Empathie: KI kann kreativ und empathisch sein, aber es ist wichtig zu erkennen, dass diese Fähigkeiten von Maschinen simuliert werden. Der Mensch bleibt einzigartig in seiner Kreativität und emotionalen Tiefe.
Daten sind der Schlüssel: In einer Welt, in der Daten eine zentrale Rolle spielen, gewinnt derjenige, der die meisten Daten hat, einen klaren Vorteil. Die richtige Nutzung von Daten kann die Qualität von Inhalten verbessern und die Interaktion mit dem Publikum optimieren.
Vertrauen ist entscheidend: Die Menschen konsumieren Inhalte, denen sie vertrauen. Medienunternehmen müssen das Vertrauen ihrer Zielgruppen gewinnen und aufrechterhalten, um langfristig erfolgreich zu sein.
Erlebnisse statt Inhalte: Die Zukunft der Medienarbeit liegt darin, Erlebnisse für die Konsumenten zu schaffen, die positive Erinnerungen hinterlassen. Dies bedeutet einen Paradigmenwechsel von der bloßen Erstellung von Inhalten hin zur Schaffung bedeutsamer Erlebnisse.
KI Tools und Unternehmen, die die Medienbranche revolutionieren
Die aufregende Welt der KI-Tools bietet jedoch eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Filmproduktion. Neue KI-Tools wie „Pentopix“ ermöglichen es, 3D-Welten und Objekte basierend auf Texten zu generieren und anzupassen. Diese Technologie eröffnet völlig neue Perspektiven für die visuelle Gestaltung von Filmen und die Schaffung beeindruckender Effekte.
Ein weiteres innovatives Tool, das bereits in größeren Produktionen eingesetzt wird, ist Wonderdynamics. Es ermöglicht die nahtlose Ersetzung von Menschen in Videos durch computergenerierte Figuren, ohne aufwendige Greenscreen-Technologien oder aufwendiges Tracking verwenden zu müssen. Dies verspricht nicht nur Effizienzsteigerungen in der Filmproduktion, sondern eröffnet auch neue kreative Möglichkeiten für Regisseure und Produzenten.
FilmChain ist ein wegweisender Dienst, der die Verwaltung von Finanztransaktionen in der Kreativwirtschaft revolutioniert. Als Blockchain-Plattform sammelt FilmChain Einnahmen aus Filmen, Fernsehen und digitalen Inhalten und weist sie automatisch den Beteiligten zu. Dies reduziert die Reibungsverluste, erhöht die Transparenz und beschleunigt die Abwicklung von Zahlungen. Die Plattform hat bereits namhafte Kunden wie den Europarat, Eurimages und herausragende Produzenten gewonnen. Diese Innovation hat das Potenzial, die finanzielle Effizienz in der Filmbranche erheblich zu steigern und sicherzustellen, dass die Beteiligten gerecht und pünktlich bezahlt werden.

Der Start-up Pitch der MTH – Die Zukunft der Medientechnologie
Die Start-up-Pitches auf dem Event boten aufstrebenden Unternehmen die Gelegenheit, ihre Innovationen zu präsentieren und ein potenzielles Investment von Raw Ventures zu im Wert von bis zu 1 Mio. € zu erhalten. Des Weiteren gab es einen Publikumspreis von 10.000 €.
Ein besonders vielversprechendes Tool, das für Filmemacher von Interesse sein könnte, ist Maekersuite. Diese KI-gestützte Plattform ermöglicht die einfache Erstellung von Drehbüchern, die Identifizierung von Themen und die Analyse von Videoperformances. Mit ihrer Hilfe können Filmemacher ihre kreativen Prozesse optimieren und hochwertige Inhalte schneller erstellen.
Eine weitere spannende Technologie, die das Start-up Muybridge vorstellte, ist eine Kette aus Kameras, die mithilfe von Algorithmen 3 D Videos erzeugen können. Das ist eine revolutionäre Möglichkeit, audiovisuelle Erfahrungen darzustellen. Am ehesten wird die Technologie beim Streaming eingesetzt.
Ein ebenfalls sehr faszinierendes Unternehmen ist Virtueleap, das mithilfe von VR-Brillen eine detaillierte Analyse der neuronalen Fähigkeiten abbilden kann. Psychologische Tests, die auf Fragebögen basieren, sind nicht die zuverlässigste Art der Diagnostizierung. VR-Tests hingegen, ermöglichen einen tiefgründigen Blick in unser Hirn und können uns sogar eine detaillierte Persönlichkeitsanalyse bieten.
Fazit zum MTH
Zusammenfassend zeigt das Event im Studio Babelsberg, dass die Filmindustrie vor aufregenden Veränderungen steht. Technologische Innovationen wie KI und Blockchain haben das Potenzial, die Art und Weise, wie Filme produziert, verteilt und konsumiert werden, zu verändern. Dennoch ist die menschliche Expertise weiterhin ein wichtiger Teil und nicht wegzudenken.








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