Mit gerade einmal 11 Jahren hat Julian angefangen, das Fotografieren und Filmen zu lernen, Videos zu schneiden, visuelle Effekte zu kreieren und 3D-Charaktere zu modellieren. Mittlerweile hat er professionelle Erfahrungen im audiovisuellen Bereich gesammelt und eigene Kurzfilme gedreht. Sein neuestes Projekt wird durch ein Stipendium des Bayerischen Staatsministeriums für Kunst und Wissenschaft unterstützt. Das Drehbuch wurde bereits ausgezeichnet und von dem professionellen Drehbuchautor und Dozenten der HFF München, Florian Puchert, gecoacht.
Julian, du hast deinen ersten Film als Regisseur abgedreht – worum geht es darin?
Eine trauernde junge Witwe wünscht sich nichts mehr, als ihren kürzlich verstorbenen Ehemann wieder umarmen zu können. Als es Anzeichen für seine Rückkehr in ihrem gemeinsamen Zuhause gibt, passieren jedoch furchterregende Dinge.
Was ist die Intention hinter dem Film?
Die Intention war es, einen Horrorfilm zu schreiben, der nicht auf Gewalt oder Jumpscares angewiesen ist, sondern wirklichen Horror zeigt – Horror, der im Kern ganz real ist. Wir alle haben schon einmal Verluste erlitten und getrauert. Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist der größte Horror, den wir uns vorstellen können. In einer solchen Trauerphase sind wir zerbrechlich und haben Angst. Stellen Sie sich vor, genau in dieser Situation ist jemand oder etwas in Ihr Zuhause eingedrungen. Ist es gefährlich? Eine Bedrohung, der es zu entkommen gilt? Etwas Vertrautes? Oder ist es einfach nur ein böser Traum?
Was hat dir besonders Spaß gemacht am Drehen?
Besonders Spaß gemacht hat mir die Regiearbeit. Einfach, dass man zwischen den verschiedenen Abteilungen hin- und hergeht, wie zum Beispiel Schauspieler und Kamera.

Generell macht die Abwechslung den Reiz aus. Einmal muss man technisch denken, überlegen, welche Kameraposition und welches Kameraobjektiv benötigt werden. Anschließend bespricht man sich mit den Schauspielern über Outfits oder ihre Charakterumsetzung.
Gab es Schwierigkeiten beim Dreh?
Einmal hat der Fokus der Kamera nicht mehr funktioniert. Wir hatten einen Fokus Puller, der den Fokus gezogen hat, und plötzlich hat das dann nicht mehr funktioniert. Wir haben darüber nachgedacht, eine neue Kamera zu mieten, hätten jedoch sehr viel Zeit verloren. Irgendwann ging die Kamera zum Glück doch wieder.
Wie lange hast du insgesamt an deinem ersten Filmprojekt gearbeitet?
Das war schon eine längere Zeit. Das Drehbuch habe ich schon zwei Jahre zuvor angefangen zu schreiben, zu dem Zeitpunkt hatte ich jedoch noch nicht die Mittel, um es umzusetzen. Dann kam Corona, und das Projekt wurde vorübergehend auf Eis gelegt, bis ich ein Stipendium erhalten habe.

Wie zufrieden bist du mit dem ersten Dreh?
Also mit dem ersten Dreh bin ich schon sehr zufrieden. Natürlich gibt es dann nachträglich, besonders im Schnitt, Momente, in denen man denkt, das hätte ich anders machen können. Ich glaube, das gibt es immer.
Es gibt auf jeden Fall einiges, was ich weiß, dass ich es beim nächsten Mal besser machen kann. Aber insgesamt ist es recht glatt gelaufen. Hat man es geschafft und kann man sich eigentlich nicht beschweren. Für den ersten Teil.


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